Begabungs- und Leistungsförderung zählt zu den Kernaufgaben einer jeden Schule. Um die leistungsstarken und die potenziell besonders leistungsfähigen Schülerinnen und Schüler innerhalb ihrer Domänen zu fordern und zu fördern, müssen sich Schule und Unterricht auf institutioneller, organisatorischer, struktureller, personeller und inhaltlicher Ebene verändern.

Der interdisziplinäre Forschungsverbund LemaS nimmt sich im Rahmen des Forschungs- und Schulentwicklungsprojekts Leistung macht Schule diesem Thema an. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und ist eingebettet in eine auf zehn Jahre angelegte gemeinsame Initiative von Bund und Ländern sowie der Kultusministerkonferenz (KMK) zur Förderung von (potenziell) leistungsstarken Schülerinnen und Schülern. LemaS setzt sich aus 28 leitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von 18 Universitäten und Hochschulen zusammen und arbeitet in insgesamt 22 Teilprojekten mit bundesweit 300 Schulen des Primar- und Sekundarbereichs an leistungs-und begabungsfördernden Strukturen in Schule und Unterricht.

Der Forschungsverbund LemaS zielt mit seinem Verbundprojekt auf eine Haltungsänderung der Akteure und auf die theorie- und evidenzbasierte Optimierung begabungs- und leistungsfördernder Schul- und Unterrichtsgestaltung durch die wissenschaftliche Beratung, Unterstützung und formative Evaluation der Arbeit an den Schulen in den beiden Kernmodulen „Entwicklung eines schulischen Leitbilds mit Ausrichtung auf eine leistungsfördernde Schulentwicklung und Aufbau einer kooperativen Netzwerkstruktur“ (Kernmodul 1) sowie „Fordern und Fördern im Regelunterricht“ (Kernmodul 2).

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wbv Publikation
Begabungs- und Begabtenförderung in der Schule – 2. LemaS-Band erschienen

Der 2. Band der Reihe Leistung macht Schule präsentiert Erkenntnisse des Forschungs- und Schulentwicklungsprojekts in insgesamt sechs Dimensionen der Begabungs- und Begabtenförderung in der Schule. „Das Buch veranschaulicht, wie eine begabungs- und leistungsfördernde Schule und ihr Unterricht theoretisch gedacht, empirisch fundiert und in der Praxis konkret gestaltet werden können“, so Prof. Dr. Gabriele Weigand, Koordinatorin des Forschungsverbunds LemaS. Neben Grundlagenbeiträgen zur Schul- und Leitbildentwicklung, zu kooperativen Netzwerken, förderbasierter Diagnostik, Unterrichtsentwicklung in den MINT-Fächern und Sprachen sowie Beratung und Begleitung geben Praxisbeispiele Einblicke in die Strategien, Konzepte, Maßnahmen und Materialien, die als LemaS-P³rodukte in dialogischer Zusammenarbeit von Wissenschaft und Schulen entwickelt werden. Prof. Dr. Gabriele Weigand ist zusammen mit den Mitgliedern der LemaS-Steuergruppe, Prof. Dr. Christian Fischer, Prof. Dr. Friedhelm Käpnick, Prof. Dr. Christoph Perleth, Prof. Dr. Franzis Preckel, Prof. Dr. Miriam Vock und Prof. Dr. Heinz-Werner Wollersheim, die Herausgeberin des Buches, das im wbv Verlag erschienen und im Open Access verfügbar ist. Autorinnen und Autoren der Beiträge sind die wissenschaftlichen Projektleitungen und ihre Mitarbeitenden, in einzelne Praxisbeiträge sind auch Lehrpersonen von den LemaS-Schulen eingebunden. Das E-Book steht hier zum Download bereit.

Screenshot Erklärvideo SELF
SELF - Ein Wegweiser für die Begabungsförderung in der Schule

Eine Schule so zu gestalten, dass die Potenziale und Leistungsstärken der Schülerinnen und Schüler bestmöglich gefördert werden? Wie geht man dabei vor? Wo setze ich als Schule an? Als Antwort auf diese und ähnliche Fragen haben Prof. Dr. Gabriele Weigand (Leitende TP 1 und 2, Pädagogischen Hochschule Karlsruhe) und Prof. Dr. Christoph Perleth (Leitender TP 1 und 2, Universität Rostock) gemeinsam mit ihren wissenschaftlichen Mitarbeitenden in LemaS sechs „Schulentwicklungsdimensionen für eine begabungs- und leistungsfördernde Schulgestaltung“, kurz SELF, erarbeitet und einen entsprechenden Selbstreflexionsleitfaden entworfen, der die eigenaktive Auseinandersetzung mit begabungs- und leistungsfördernder Schulentwicklung ermöglicht. Ein Erklärvideo stellt das zentrale LemaS-P³rodukt für Schulen als Wegweiser für die Begabungs- und Begabtenförderung anschaulich vor. Das Video wurden vom LemaS-Schnittstellenteam konzipiert, designt und produziert.

Screenshot -  FilmLAB Uni Münster
Und was begeistert dich? - Einblicke in das diFF-Projekt

diFF steht für diagnosebasiertes individuelles Fordern und Fördern. Der LemaS-Teilprojektverbund 4 bis 6, angesiedelt an der Universität Münster, arbeitet mit 32 LemaS-Schulen am diFF-Projekt mit dem Ziel, dass Schülerinnen und Schüler (der Klassen 3 bis 6) im Unterricht individuell gefördert werden und selbstreguliert, forschend und diversitätssensible lernen können. Grundlage ist dabei eine potenzial- und prozessorientierten Diagnostik durch Lehrpersonen. Wie das diFF-Projekt an den Schulen umgesetzt wird, zeigt ein Film, der die Lernumgebung für Schülerinnen und Schüler an der Gemeinschaftsgrundschule in Wiedenest und der Gesamtschule Münster Mitte portraitiert. Entscheidend ist, dass die Lernumgebung die Freude am Lernen und die Motivation der Kinder steigert, sich mit einem selbstgewählten Thema oder einer Forschungsfrage zu befassen. Der Film ist ein Kooperationsprodukt des Internationalen Centrum für Begabungsforschung (ICBF), des FilmLAB der WWU IT an der Universität Münster sowie den beiden, am Filmprojekt beteiligten LemaS-Schulen.