Begabungs- und Leistungsförderung zählt zu den Kernaufgaben einer jeden Schule. Um die leistungsstarken und die potenziell besonders leistungsfähigen Schülerinnen und Schüler innerhalb ihrer Domänen zu fordern und zu fördern, müssen sich Schule und Unterricht auf institutioneller, organisatorischer, struktureller, personeller und inhaltlicher Ebene verändern.

Der interdisziplinäre Forschungsverbund LemaS nimmt sich im Rahmen des Forschungs- und Schulentwicklungsprojekts Leistung macht Schule diesem Thema an. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und ist eingebettet in eine auf zehn Jahre angelegte gemeinsame Initiative von Bund und Ländern sowie der Kultusministerkonferenz (KMK) zur Förderung von (potenziell) leistungsstarken Schülerinnen und Schülern. LemaS setzt sich aus 28 leitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von 18 Universitäten und Hochschulen zusammen und arbeitet in insgesamt 22 Teilprojekten mit bundesweit 300 Schulen des Primar- und Sekundarbereichs an leistungs-und begabungsfördernden Strukturen in Schule und Unterricht.

Der Forschungsverbund LemaS zielt mit seinem Verbundprojekt auf eine Haltungsänderung der Akteure und auf die theorie- und evidenzbasierte Optimierung begabungs- und leistungsfördernder Schul- und Unterrichtsgestaltung durch die wissenschaftliche Beratung, Unterstützung und formative Evaluation der Arbeit an den Schulen in den beiden Kernmodulen „Entwicklung eines schulischen Leitbilds mit Ausrichtung auf eine leistungsfördernde Schulentwicklung und Aufbau einer kooperativen Netzwerkstruktur“ (Kernmodul 1) sowie „Fordern und Fördern im Regelunterricht“ (Kernmodul 2).

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Foto: B. Nikolaus
„Smart Future“ - Impulse von der BASF für das Teilprojekt MINT-Chemie

Um Begabungen im Chemieunterricht besser erkennen und fördern zu können, erarbeiten und erproben Wissenschaftlerinnen von der TU Braunschweig gemeinsam mit 12 LemaS-Schulen seit 2018 Konzepte und Materialien zum problemlösenden Experimentieren. Zur innovativen Produktentwicklung tauschen sich Wissenschaft und Schulpraxis auch mit Partnern aus der Wirtschaft aus. Die BASF in Ludwigshafen bot dem Teilprojekt MINT Chemie ein anregendes Arbeitsumfeld für ihren Workshop zur Weiterarbeit an den Unterrichtskonzepten. Die Teilnehmenden schlüpften u.a. in die Rolle von Schülerinnen und Schülern der 5./6. Jahrgangsstufe und durchliefen Teile des BASF Workshop-Programms „Smart Future“ im Kids Lab. Insbesondere die Experimente und die Materialaufbereitung der BASF Schülerlabore gaben Impulse für die Umsetzung in den LemaS-Schulen.

Foto:  Adam Winger on Unsplash
Für das literarische Schreiben begeistern und Begabungen fördern

Im Interview mit „Leistung macht Schule“ geben PD Dr. Beate Laudenberg und Lisa Sellinger, beide von der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe, gemeinsam mit den Lehrerinnen Susanna Bauer und Sandra Kaiser von der Grund- und Mittelschule Rosenheim-Aising Einblicke in ihr LemaS-Teilprojekt zum literarischen Schreiben, das auf die Förderung sprachlicher, schriftsprachlicher und literarischer Kompetenzen zielt. Dabei entstehen differenzierende Aufgabenformate, die den Schülerinnen und Schülern Schreibimpulse geben. Vorbilder spielen in zweifacher Hinsicht eine entscheidende Rolle, um die Kinder und Jugendlichen für das literarische Schreiben zu begeistern, um Begabungen zu entdecken und zu fördern. Fiktive Vorbildfiguren wie die Tagebuch schreibenden Mina (Buch von David Almond) animieren die Kinder dazu, bestimmte Schreibarten nachzuahmen und sie sich mit ihren Ideen und Formulierungen zu eigen zu machen. Durch Videostatements von Schriftsteller/-innen wie Andreas Steinhöfel oder Katharina Herzog werden auch durch reale Vorbilder Schreibimpulse gesetzt. Die Videoclips sind, wie die Aufgabenformate, Teil eines digitalen Bausteinkastens zum literarischen Schreiben der in enger Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis in LemaS-Teilprojekt 15 entsteht.

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CyberMentor Plus an den LemaS-Schulen

Wie programmiere ich eine Verschlüsselungssoftware? Welche chemischen Prozesse spielen beim Backen eine Rolle? Wie wird man Astronautin? Und was brauchen Pflanzen, um gesund zu wachsen? Diese und weitere Fragen stellen sich Schülerinnen, die in der MINT-AG ihrer Schule und als Mentee am Programm CyberMentor Plus teilnehmen. Während Lehrpersonen vor Ort die Projekte unterstützen, wird jede Schülerin von einer Mentorin über die Plattform „CyberMentor“ online begleitet. Das LemaS-Teilprojekt 21 „Individualisierung durch Mentoring“ stellt in zwei Videos vor, wie das Programm an LemaS-Schulen umgesetzt wird. Ein Interview mit Mentee Marlies (10. Klasse), Mentorin und Softwareingenieurin Paula Leyrer und Lehrer Ulrich Herwange gibt Einblicke in die MINT-AG am Willstätter-Gymnasium Nürnberg. Biologie- und Chemielehrer Johannes Monsch berichtet von der Umsetzung seiner MINT-AG am Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium Bayreuth. Die Schülerprojekte stellen in diesem Interview die Mentees Fabienne (7. Klasse) und Helena (9. Klasse) mit ihren Mentorinnen JProf. Dr. Judith Golda (Ruhr-Universität Bochum) und Lena Rübeling (6. Semester Biologie, Universität Kassel) vor. Wissenschaftliche Unterstützung erhalten die Schulen durch das LemaS-Teilprojekt 21 an den Universitäten Regensburg und Erlangen-Nürnberg. „CyberMentor Plus“ zielt darauf, das Interesse von Schülerinnen an MINT-Fächern zu bestärken. Dabei soll auch die schulische Lebensumwelt der Mentees in die MINT-Förderung eingebunden werden. Hierfür wird das Online-Mentoring-Programm mit einem zusätzlichen schulischen Angebot kombiniert.