Begabungs- und Leistungsförderung zählt zu den Kernaufgaben einer jeden Schule. Um die leistungsstarken und die potenziell besonders leistungsfähigen Schülerinnen und Schüler innerhalb ihrer Domänen zu fordern und zu fördern, müssen sich Schule und Unterricht auf institutioneller, organisatorischer, struktureller, personeller und inhaltlicher Ebene verändern.

Der interdisziplinäre Forschungsverbund LemaS nimmt sich im Rahmen des Forschungs- und Schulentwicklungsprojekts Leistung macht Schule diesem Thema an. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und ist eingebettet in eine auf zehn Jahre angelegte gemeinsame Initiative von Bund und Ländern sowie der Kultusministerkonferenz (KMK) zur Förderung von (potenziell) leistungsstarken Schülerinnen und Schülern. LemaS setzt sich aus 28 leitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von 16 Universitäten und Hochschulen zusammen und arbeitet in insgesamt 22 Teilprojekten mit bundesweit 300 Schulen des Primar- und Sekundarbereichs an leistungs-und begabungsfördernden Strukturen in Schule und Unterricht.

Der Forschungsverbund LemaS zielt mit seinem Verbundprojekt auf eine Haltungsänderung der Akteure und auf die theorie- und evidenzbasierte Optimierung begabungs- und leistungsfördernder Schul- und Unterrichtsgestaltung durch die wissenschaftliche Beratung, Unterstützung und formative Evaluation der Arbeit an den Schulen in den beiden Kernmodulen „Entwicklung eines schulischen Leitbilds mit Ausrichtung auf eine leistungsfördernde Schulentwicklung und Aufbau einer kooperativen Netzwerkstruktur“ (Kernmodul 1) sowie „Fordern und Fördern im Regelunterricht“ (Kernmodul 2).

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Foto: Fotografenfamilie Eidens-Holl
Miteinander gezielt vorankommen – Arbeitstreffen des Forschungsverbunds 2020

Am 27. und 28. Februar trifft sich der gesamte Forschungsverbund LemaS an der Freien Universität Berlin zur strategischen Planung und Weiterarbeit am Forschungsvorhaben zu „Leistung macht Schule“. Die Teams der 22 Teilprojekte sowie die Mitarbeitenden der Projektkoordination nutzen das jährlich stattfindende gemeinsame Arbeitstreffen für den Austausch über Projekterkenntnisse sowie für kollektive Entscheidungen und Vorbereitungen anstehender, teilprojektübergreifender Projektschritte. Zentral für das Arbeitstreffen 2020 in Berlin ist die Präsentation und Diskussion über erwartete wissenschaftliche Ergebnisse und Produkte aus der ersten Förderphase von „Leistung macht Schule“. Durch den interdisziplinären Dialog im Forschungsverbund werden die Ansätze, Konzepte, Ideen und Gedankengängen zu den teilprojektspezifischen und –übergreifenden Problemstellungen weitergetragen.

Foto: Steinhilber / Universität Tübingen
Besondere Begabungen erkennen und fördern - LemaS bei der Talentschmiede Baden-Württemberg

„Ziel von LemaS ist die Gestaltung anregender und potenzialorientierter Lernumgebungen für alle Kinder und Jugendlichen in der Schule.“, stellt Prof. Dr. Gabriele Weigand (LemaS-Verbundkoordinatorin) im Rahmen ihres Vortrags beim Tag der Hochbegabung in Stuttgart heraus. Dieses Ziel verfolgen auch die Hector Kinderakademien, die die Förderung von Begabung als festen Teil des Bildungsauftrags verstehen und die Veranstaltung ausrichteten. Die Kurse der Hector Kinderakademien werden bislang an 66 Standorten in Baden-Württemberg zur Förderung für besonders begabte Grundschulkinder mit Fokus auf die MINT-Fächer zusätzlich zum Schulunterricht angeboten. Neben einem LemaS-Infostand und dem Vortrag durch die Verbundkoordinatorin, präsentierte auch LemaS-Teilprojektleitende Prof. Dr. Jessika Golle Forschungsergebnisse zur „Hochbegabtenförderung“. Im Rahmen von LemaS verfolgt sie mit Teilprojekt 7 das Ziel, die extracurricularen Förderkonzepte der Hector Core Courses für den Einsatz im regulären Unterricht anzupassen und zu erproben. Über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wissenschaft, Politik, Schulpraxis und der interessierten Öffentlichkeit nutzen die Veranstaltung „Talentschmiede Baden-Württemberg -Tag der Hochbegabung“, um sich über die Möglichkeiten der Förderung besonders begabter und hochbegabter Kinder und Jugendlichen zu informieren.

Foto: Julia Haug
Mentoring an der John-Bühler-Realschule – ein Interview mit Lehrerin Julia Haug

Mentoring Programme geben Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich mit einem Thema intensiv auseinanderzusetzen, für das im Unterricht nicht ausreichend Zeit zur Verfügung steht. Wie die Umsetzung und die Integration dieser Förderangebote in der Schulpraxis aussehen, schildert Beratungslehrerin Julia Haug von der John-Bühler Realschule (Dornharn, BW) im Interview mit leistung-macht-schule.de Bereits seit fünf Jahren wird das 1:1 Mentoring an dieser Schule für die Leistungsförderung genutzt. Auf eine Optimierung der Mentoring-Programme zielt die Schule mit ihrer Teilnahme an LemaS und dem Teilprojekt 21. Neben der wissenschaftlichen Beratung und Begleitung durch das Forscherteam unter der Leitung von Prof. Dr. Heidrum Stöger und Prof. Dr. Albert Ziegler sei es vor allem die Vernetzung und der Austausch mit anderen Schulen aus dem gesamten Bundesgebiet zum Thema Mentoring von dem die LemaS-Schule profitiere. Das ganze Interview gibt es hier.