Begabungs- und Leistungsförderung zählt zu den Kernaufgaben einer jeden Schule. Um die leistungsstarken und die potenziell besonders leistungsfähigen Schülerinnen und Schüler innerhalb ihrer Domänen zu fordern und zu fördern, müssen sich Schule und Unterricht auf institutioneller, organisatorischer, struktureller, personeller und inhaltlicher Ebene verändern.

Der interdisziplinäre Forschungsverbund LemaS nimmt sich im Rahmen des Forschungs- und Schulentwicklungsprojekts Leistung macht Schule diesem Thema an. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und ist eingebettet in eine auf zehn Jahre angelegte gemeinsame Initiative von Bund und Ländern sowie der Kultusministerkonferenz (KMK) zur Förderung von (potenziell) leistungsstarken Schülerinnen und Schülern. LemaS setzt sich aus 28 leitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von 16 Universitäten und Hochschulen zusammen und arbeitet in insgesamt 22 Teilprojekten mit bundesweit 300 Schulen des Primar- und Sekundarbereichs an leistungs-und begabungsfördernden Strukturen in Schule und Unterricht.

Der Forschungsverbund LemaS zielt mit seinem Verbundprojekt auf eine Haltungsänderung der Akteure und auf die theorie- und evidenzbasierte Optimierung begabungs- und leistungsfördernder Schul- und Unterrichtsgestaltung durch die wissenschaftliche Beratung, Unterstützung und formative Evaluation der Arbeit an den Schulen in den beiden Kernmodulen „Entwicklung eines schulischen Leitbilds mit Ausrichtung auf eine leistungsfördernde Schulentwicklung und Aufbau einer kooperativen Netzwerkstruktur“ (Kernmodul 1) sowie „Fordern und Fördern im Regelunterricht“ (Kernmodul 2).

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GS Hahndorf/Jerstedt in Goslar
Das Haus der mathematischen Rätsel - Entdeckertage an LemaS-Grundschule

Die Förderung leistungsstarker und potenziell besonders leistungsfähiger Schülerinnen und Schüler ist nicht auf den regulären Unterricht im Klassenraum beschränkt. Projekttage, die von der gesamten Schulgemeinschaft organisiert werden, ermöglichen leistungsfördernde Angebote in nicht alltäglichen, jahrgangssübergreifenden Lehr-Lern-Setttings. Dabei können Potenziale der Kinder und Jugendlichen gefordert und gefördert werden. Die mathematischen Fähigkeiten und Leistungen stehen im Fokus von Teilprojekt 8. Das Forscherteam von der Bergischen Universität Wuppertal bot mit dem "Haus der mathematischen Rätsel" beim Entdeckertag an der LemaS-Grundschule Hahndorf/Jerstedt in Goslar den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich knobelnd mit der Mathematik auseinanderzusetzen, dabei die eigenen Potenziale zu entfalten und am Ende den Schlüssel zur Schatztruhe zur finden.

Foto: BMBF/ Hans-Joachim Rickel
Mit LemaS zum leistungsfördernden Schulklima - auch in Zeiten des Corona-Virus

Bundesweite Vernetzung auf der einen Seite sowie enger, persönlicher Austausch und Zusammenarbeit zwischen Schulen, Teilprojekten, Bund und Ländern auf der anderen Seite seien das Besondere an der Arbeit des Forschungsverbunds LemaS. Im Interview mit leistung-macht-schule.de beschreibt Verbundkoordinatorin Prof. Dr. Gabriele Weigand die Initialisierung des Projekts und warum das Thema der Leistungs- und Begabungsförderung ihr ein "Herzensanliegen" ist. Dabei erörtert sie auch die derzeitige Lage der Schulen und der Projektarbeit in Zeiten der Covid-19-Pandemie. Da bei LemaS nicht die Erfüllung von Lehrplänen oder Prüfungsnoten in den Fokus geraten, sondern die Entfaltung von Potenzialen der Kinder und Jugendlichen und die Freude an Leistung, verändern sich Blickwinkel, Haltungen und Einstellungen bei allen beteiligten Akteuren. So verbessere sich mit "Leistung macht Schule" das gesamte Schulklima. Bei der leitenden Verbundkoordinatorin laufen alle Fäden zusammen. Ihre Zwischenbilanz nach gut zwei Jahren LemaS in den Schulen fällt positiv aus, weil Schulen, Wissenschaft und Politik "an einem Strang ziehen". Das gesamte Interview gibt es hier.

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LemaS-Grundschule für Sachunterricht ausgezeichnet

„Freies Explorieren und Experimentieren“ (FEE) gehört zum Sachunterricht der Grundschule Nordholz, die jetzt mit dem Praxispreis der Gesellschaft der Didaktik des Sachunterrichts (GDSU) ausgezeichnet wurde. Als Konzept zur diagnosebasierten Potenzial- und Leistungsförderung geht es in FEE darum, für Schülerinnen und Schülern Möglichkeitsräume zu schaffen, in denen sie ihre Potenziale selbst entdecken bzw. bereits vorhandene zeigen können. Im Sachunterricht arbeiten die Kindern klassenstufenübergreifend an eigenen Forschungsprojekten zu naturwissenschaftlichen Phänomenen und Fragestellungen. Die Grundschule Nordholz nimmt in LemaS an den Teilprojekten 3 und 9 teil. Dabei werden sie von Prof. Dr. Hilde Köster, die das Konzept FEE entwickelt hat, und ihrem Team von der Freien Universität Berlin wissenschaftlich begleitet. Mit dem Preis würdigt die GDSU das besondere Engagement der Schule im naturwissenschaftlichen Sachunterricht, die inklusive Gestaltung des Sachunterrichts sowie die engagierten (Weiter-) Entwicklung naturwissenschaftlicher Lernumgebungen und Übergangskonzepte im Sinne der inklusiven Begabungsförderung.