Begabungs- und Leistungsförderung zählt zu den Kernaufgaben einer jeden Schule. Um die leistungsstarken und die potenziell besonders leistungsfähigen Schülerinnen und Schüler innerhalb ihrer Domänen zu fordern und zu fördern, müssen sich Schule und Unterricht auf institutioneller, organisatorischer, struktureller, personeller und inhaltlicher Ebene verändern.

Der interdisziplinäre Forschungsverbund LemaS nimmt sich im Rahmen des Forschungs- und Schulentwicklungsprojekts Leistung macht Schule diesem Thema an. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und ist eingebettet in eine auf zehn Jahre angelegte gemeinsame Initiative von Bund und Ländern sowie der Kultusministerkonferenz (KMK) zur Förderung von (potenziell) leistungsstarken Schülerinnen und Schülern. LemaS setzt sich aus 28 leitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von 16 Universitäten und Hochschulen zusammen und arbeitet in insgesamt 22 Teilprojekten mit bundesweit 300 Schulen des Primar- und Sekundarbereichs an leistungs-und begabungsfördernden Strukturen in Schule und Unterricht.

Der Forschungsverbund LemaS zielt mit seinem Verbundprojekt auf eine Haltungsänderung der Akteure und auf die theorie- und evidenzbasierte Optimierung begabungs- und leistungsfördernder Schul- und Unterrichtsgestaltung durch die wissenschaftliche Beratung, Unterstützung und formative Evaluation der Arbeit an den Schulen in den beiden Kernmodulen „Entwicklung eines schulischen Leitbilds mit Ausrichtung auf eine leistungsfördernde Schulentwicklung und Aufbau einer kooperativen Netzwerkstruktur“ (Kernmodul 1) sowie „Fordern und Fördern im Regelunterricht“ (Kernmodul 2).

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Foto: N. Füger LemaS
LemaS vom Ende her denken – Arbeitstreffen des Forschungsverbunds 2020

Welche Produkte (Materialien, Maßnahmen und Konzepte) stehen am Ende der ersten Förderphase von Leistung macht Schule? Was kennzeichnet ein LemaS-Produkt? Diese Fragen stellte sich der gesamte Forschungsverbund beim diesjährigen gemeinsamen Arbeitstreffen an der Freien Universität Berlin. Es galt, für die strategische Planung und Weiterarbeit am Entwicklungs- und Forschungsvorhaben LemaS „vom Ende her zu denken". Die Teams der 22 Teilprojekte sowie die Mitarbeitenden der Projektkoordination nutzten das Treffen für den Austausch über Projekterkenntnisse sowie für gemeinsame forschungsstrategische Entscheidungen und die Vorbereitung anstehender, verbundübergreifender Projektschritte. Im Zentrum stand die Diskussion über zu erwartete Praxisprodukte sowie wissenschaftliche Ergebnisse der Teilprojekte und von LemaS insgesamt am Ende der fünfjährigen Projektarbeit mit den Schulen (1. Phase 2018-2022). Durch den interdisziplinären Dialog im Forschungsverbund wurden die unterschiedlichen inhaltlichen Ansätze, thematischen Schwerpunkte und forschungsmethodischen Vorgehensweisen in den einzelnen Teilprojekten zusammengetragen und mit Blick auf übergreifende Problemstellungen erörtert.

Foto: LemaS-Jahrestagung 2019 - Fotografenfamilie Eidens-Holl
Mehr Begleitung, weniger Leitung – offene Lernumgebungen für einen differenzierten Physikunterricht

Die Physik zählt zu den weniger beliebten Schulfächern. Völlig zu Unrecht, findet Dr. René Dohrmann, der im Teilprojekt 11 unter der Leitung von Prof. Dr. Volkmar Nordmeier (beide Freie Universität Berlin) an adaptiven Konzepten zur Förderung (potenziell) leistungsstarker Schülerinnen und Schüler arbeitet und forscht. Im Interview mit leistung-macht-schule.de beschreibt er Chancen und Gelingensbedingungen für einen differenziert gestalteten Physikunterricht. Zwar seien außercurriculare Angebote, wie der Besuch der Physik-AG am Nachmittag oder die Teilnahme an „Jugend forscht“ gute leistungs- und begabungsfördernde Gelegenheiten für (potenziell) leistungsstarke Kinder und Jugendliche, jedoch gehe es in LemaS darum, das Fordern und Fördern von Potenzialen der Schülerinnen und Schüler fest im Physikunterricht zu verankern. Eine komplexe Aufgabe zum Klimawandel, zur E-Mobilität oder zum Regenbogen könnten dazu beitragen. Das ganze Interview finden Sie hier.

LemaS-Mathesamstag. Foto: Martina Behm-Kresin
Der Samstag gehört der Mathematik – LemaS-Schule richtet Projekttag aus

Die Timm-Kröger-Schule Neumünster zeigte gemeinsam mit den LemaS-Forscherinnen und Forschern und dem Landesinstitut Schleswig-Holstein rund 60 interessierten Eltern mit 45 Schulkindern aus allen Klassenstufen an einem Samstag die spannenden und vielfältigen Seiten der Mathematik. Dabei kooperierte die Grundschule mit Schülerinnen und Schülern des benachbarten Gymnasiums. Die Gestaltung der Übergänge von der Grundschule zur Weiterführenden Schule für (potenziell) leistungsstarke Kinder ist Schwerpunkt von LemaS-Teilprojekt 3, das dazu mit den Schulen Diagnose- und Förderkonzepte in den MINT-Fächern entwickelt. Besonderheiten des Mathematikunterrichts im Hinblick auf lernförderliche Einflussfaktoren stehen an dieser LemaS-Schule im Fokus. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt daher zudem in enger Zusammenarbeit mit dem Forscherteam von „MINT – Mathematik“ (Teilprojekt 8). Echte Mathematik erleben und Transparenz schaffen – das gelang der Grundschule beim ersten-LemaS-Mathesamstag.