Begabungs- und Leistungsförderung zählt zu den Kernaufgaben einer jeden Schule. Um die leistungsstarken und die potenziell besonders leistungsfähigen Schülerinnen und Schüler innerhalb ihrer Domänen zu fordern und zu fördern, müssen sich Schule und Unterricht auf institutioneller, organisatorischer, struktureller, personeller und inhaltlicher Ebene verändern.

Der interdisziplinäre Forschungsverbund LemaS nimmt sich im Rahmen des Forschungs- und Schulentwicklungsprojekts Leistung macht Schule diesem Thema an. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und ist eingebettet in eine auf zehn Jahre angelegte gemeinsame Initiative von Bund und Ländern sowie der Kultusministerkonferenz (KMK) zur Förderung von (potenziell) leistungsstarken Schülerinnen und Schülern. LemaS setzt sich aus 28 leitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von 16 Universitäten und Hochschulen zusammen und arbeitet in insgesamt 22 Teilprojekten mit bundesweit 300 Schulen des Primar- und Sekundarbereichs an leistungs-und begabungsfördernden Strukturen in Schule und Unterricht.

Der Forschungsverbund LemaS zielt mit seinem Verbundprojekt auf eine Haltungsänderung der Akteure und auf die theorie- und evidenzbasierte Optimierung begabungs- und leistungsfördernder Schul- und Unterrichtsgestaltung durch die wissenschaftliche Beratung, Unterstützung und formative Evaluation der Arbeit an den Schulen in den beiden Kernmodulen „Entwicklung eines schulischen Leitbilds mit Ausrichtung auf eine leistungsfördernde Schulentwicklung und Aufbau einer kooperativen Netzwerkstruktur“ (Kernmodul 1) sowie „Fordern und Fördern im Regelunterricht“ (Kernmodul 2).

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LemaS-Jahrestagung 2019 in Karlsruhe

Unter dem Motto „Leistung – Begabung – Schulentwicklung“ findet die LemaS-Jahrestagung vom 19. bis zum 21. September in Karlsruhe statt. Rund 750 Akteure des Verbundprojekts „Leistung macht Schule“ arbeiten hier in Workshops und Open Space Formaten weiter an Konzepten, Maßnahmen und Strategien zur Förderung (potenziell) leistungsstarker Schülerinnen und Schüler. Der Forschungsverbund bietet zudem durch Vortragsreihen und Expertenforen allen Vertreterinnen und Vertretern der LemaS-Schulen und der Bund-Länder-Initiative vielseitige Möglichkeiten zur Weiterprofessionalisierung und zum Austausch.

Foto: Robert Bosch Stiftung / Max Lautenschläger
Offene Lernräume und Demokratiekultur - Zwei LemaS-Schulen erhalten den Schulpreis

Für ihre besonderen Schulkonzepte sind die Schiller-Schule Bochum und die Alemannenschule Wutöschingen mit dem diesjährigen Deutschen Schulpreis ausgezeichnet worden. Beide erhalten für den 2. Platz ein Preisgeld von 25.000 Euro, das für die Schulentwicklung eingesetzt wird. Die Schiller-Schule Bochum zählt zu den 56 Schulen von Teilprojekt 21, die am Mentoring als zentrales Konzept zur Förderung von (potenziell) leistungsstarken Schülerinnen und Schülern arbeiten. Beim Deutschen Schulpreis überzeugte die Schule mit ihrer ausgeprägte Demokratiekultur. Im LemaS Teilprojekt PEP (Personalisierte Entwicklungspläne) geht es um die nachhaltige Gestaltung leistungsfördernder Lehr-Lern-Settings. Genau hiermit beeindruckte die LemaS-Projektschule aus Wutöschingen die Jury. Als Vorreiter im Bereich der Digitalisierung und mit ihren offenen Lern- und Zeitstrukturen wird in der Alemannenschule ein individualisiertes und differenziertes Lernen auf besondere Weise gefordet und gefördert. Der Forschungsverbund LemaS gratuliert den beiden Preisträgern!

(v. l. n. r.): Nicole Zaruba, Dr. Anne Jurczok, Prof. Dr. Miriam Vock und Eva Kalinowski / Foto: Thomas Roese
Unterrichtsgestaltung im Team - Ein Interview zur Lesson-Study-Methode in LemaS

Ein Team von vier bis fünf Lehrpersonen trifft sich regelmäßig, um Unterricht gemeinsam vorzubereiten, bei der Durchführung zu hospitieren, im Anschluss zu reflektieren und zu optimieren - So das Konzept von Lesson-Study, das auf die Verbesserung von Unterrichtseinheiten durch den Ausbau der kollegialen Zusammenarbeiten zielt. In LemaS wird die Methode zur Förderung von (potenziell) leistungsstarken Schülerinnen und Schülern im Grundschulunterricht eingesetzt, weiterentwickelt und erforscht. Teilprojekt 22 leitet Prof. Miriam Vock von der Universität Potsdam. Gemeinsam mit ihrer wissenschaftlichen Mitarbeiterin Dr. Anne Jurczok gibt sie im Interview Einblicke in die Arbeit mit ihren Schulen.