Begabungs- und Leistungsförderung zählt zu den Kernaufgaben einer jeden Schule. Um die leistungsstarken und die potenziell besonders leistungsfähigen Schülerinnen und Schüler innerhalb ihrer Domänen zu fordern und zu fördern, müssen sich Schule und Unterricht auf institutioneller, organisatorischer, struktureller, personeller und inhaltlicher Ebene verändern.

Der interdisziplinäre Forschungsverbund LemaS nimmt sich im Rahmen des Forschungs- und Schulentwicklungsprojekts Leistung macht Schule diesem Thema an. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und ist eingebettet in eine auf zehn Jahre angelegte gemeinsame Initiative von Bund und Ländern sowie der Kultusministerkonferenz (KMK) zur Förderung von (potenziell) leistungsstarken Schülerinnen und Schülern. LemaS setzt sich aus 28 leitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von 17 Universitäten und Hochschulen zusammen und arbeitet in insgesamt 22 Teilprojekten mit bundesweit 300 Schulen des Primar- und Sekundarbereichs an leistungs-und begabungsfördernden Strukturen in Schule und Unterricht.

Der Forschungsverbund LemaS zielt mit seinem Verbundprojekt auf eine Haltungsänderung der Akteure und auf die theorie- und evidenzbasierte Optimierung begabungs- und leistungsfördernder Schul- und Unterrichtsgestaltung durch die wissenschaftliche Beratung, Unterstützung und formative Evaluation der Arbeit an den Schulen in den beiden Kernmodulen „Entwicklung eines schulischen Leitbilds mit Ausrichtung auf eine leistungsfördernde Schulentwicklung und Aufbau einer kooperativen Netzwerkstruktur“ (Kernmodul 1) sowie „Fordern und Fördern im Regelunterricht“ (Kernmodul 2).

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Screenshot / LemaS 2021
Fokus Forschung und Transfer - Treffen des Forschungsverbunds 2021

Strategien, Herausforderungen und Chancen für die Praxisforschung in LemaS standen im Zentrum des diesjährigen Arbeitstreffens. Dabei stellt das enge Zusammenspiel von Wissenschaft und Praxis die Besonderheit der Forschungs- und Entwicklungsarbeit in LemaS dar. Rund 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der 17 Hochschulen, die den Forschungsverbund LemaS bilden, trafen sich zum konstruktiven Dialog und zur gemeinsamen Arbeit zwei Tage im virtuellen Raum. Thematisiert wurden auch die Corona-bedingten Veränderungen, die sich auf die Zusammenarbeit mit den Schulen bei der Erstellung und Erprobung der Strategien, Konzepte und Maßnahmen zur Leistungs- und Begabungsförderung ebenso auswirken, wie auf die Forschungsvorhaben der 22 Teilprojekte. Das Programm ermöglichte den Austausch sowohl im Plenum zur Information und Präsentation, z.B. erster Ergebnisse aus dem LemaS-Zwischenfeedback mit den Schulen und den Teilprojekten durch das Methodenteam, als auch in unterschiedlichen kleinen Arbeitsgruppen zur vertieften Diskussion und Vorbereitung kommender Projektschritte. Abgestimmt und vorbereitet wurden unter anderem gemeinsame Publikationskonzepte, die Weiterentwicklung der LemaS-Forschungsdatenbank sowie Konzepte für Veranstaltungen wie die LemaS-Jahrestagung und die themenspezifischen Netzwerktreffen.

BMBF/Hans-Joachim Rickel
Im Dialog mit Bundesbildungsministerin Anja Karliczek

Es sei beeindruckend, mit welcher Kreativität und welchem Engagement die beteiligten Forschenden und Lehrpersonen trotz der erschwerten Bedingungen durch die Corona-Pandemie weiter am Projekt „Leitung macht Schule“ arbeiteten, resümierte die Bundesbildungsministerin Anja Karliczek nach ihren Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertreter der LemaS-Schulen und des Forschungsverbunds. Auf Einladung der Ministerin sprachen Schulpraxis und Wissenschaft mit ihr über die Herausforderungen und Erträge der bisherigen Entwicklungsprozesse, die auf eine begabungs- und leistungsfördernden Gestaltung von Schule und Unterricht zielt. Gerade die Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig die individuelle Förderung der Potenziale und Talente ist und das die Fähigkeit zu selbstgesteuerten und eigenverantwortlichen Lernen eine Schlüsselkompetenz für alle Schülerinnen und Schüler darstellt. In 22 Teilprojekten arbeitet der Forschungsverbund mit 300 Schulen aller Schularten mit unterschiedlichen Schwerpunkten an wirksamen, praxiserprobten Strategien, Konzepten und Maßnahmen, um Schülerinnen und Schüler individueller und leistungsgerechter zu fördern. „Für mich ist entscheidend, dass die entwickelten Konzepte und Ideen in den kommenden Jahren in möglichst vielen Schulen in Deutschland angewendet werden.“, so Bundeministerin Karliczek. Der Austausch fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Bildungsdialoge des BMBF“ statt.

DLR Projektträger
Lese-Sportler-Stunden in der Grundschule - Ein Gespräch über Diagnostik, Feedback und Förderung

Die diagnosebasierte, differenzierte Leseförderung in der Grundschule steht im Zentrum der Arbeit von Prof. Dr. Elmar Souvignier, seinem Team an der Universität Münster und den 21 LemaS-Schulen in Teilprojekt 14 „diFF Di2Lesen“. Grundlage für die Leseförderung der Schülerinnen und Schüler ist ein Lesekompetenzmodell, das neben der Lesegenauigkeit und der Lesegeschwindigkeit auch das Leseverständnis bei der Diagnostik berücksichtig. Für alle drei Bereiche bietet das Lese-Sportler-Programm Fördermaterialien, die auch Deutschlehrerin Jasmine Lukas an der Peter-Härtling-Grundschule in Friedrichsdorf bei Frankfurt am Main im Unterricht einsetzt. Mit der Lernverlaufsdiagnostik werden Leseentwicklungsschritte erfasst und dann passende Methode zur Lesefähigkeit der Schülerin oder des Schülers ausgewählt. Dass es zur Förderung der Lesekompetenz bei Schülerinnen und Schülern durchaus lohnenswert ist, auch mal einen Schritt zurückzugehen, erklären Prof. Dr. Elmar Souvignier, Dr. Martin Salaschek und Lehrerin Jasmine Lukas im gemeinsamen Interview mit leistung-macht-schule.de.