Begabungs- und Leistungsförderung zählt zu den Kernaufgaben einer jeden Schule. Um die leistungsstarken und die potenziell besonders leistungsfähigen Schülerinnen und Schüler innerhalb ihrer Domänen zu fordern und zu fördern, müssen sich Schule und Unterricht auf institutioneller, organisatorischer, struktureller, personeller und inhaltlicher Ebene verändern.

Der interdisziplinäre Forschungsverbund LemaS nimmt sich im Rahmen des Forschungs- und Schulentwicklungsprojekts Leistung macht Schule diesem Thema an. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und ist eingebettet in eine auf zehn Jahre angelegte gemeinsame Initiative von Bund und Ländern sowie der Kultusministerkonferenz (KMK) zur Förderung von (potenziell) leistungsstarken Schülerinnen und Schülern. LemaS setzt sich aus 28 leitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von 16 Universitäten und Hochschulen zusammen und arbeitet in insgesamt 22 Teilprojekten mit bundesweit 300 Schulen des Primar- und Sekundarbereichs an leistungs-und begabungsfördernden Strukturen in Schule und Unterricht.

Der Forschungsverbund LemaS zielt mit seinem Verbundprojekt auf eine Haltungsänderung der Akteure und auf die theorie- und evidenzbasierte Optimierung begabungs- und leistungsfördernder Schul- und Unterrichtsgestaltung durch die wissenschaftliche Beratung, Unterstützung und formative Evaluation der Arbeit an den Schulen in den beiden Kernmodulen „Entwicklung eines schulischen Leitbilds mit Ausrichtung auf eine leistungsfördernde Schulentwicklung und Aufbau einer kooperativen Netzwerkstruktur“ (Kernmodul 1) sowie „Fordern und Fördern im Regelunterricht“ (Kernmodul 2).

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Ausblick: Konzeption der Transferphase von "Leistung macht Schule"

Was passiert mit den Ergebnissen aus den 22 Teilprojekten des Forschungsverbunds LemaS und den 300 Projektschulen? Ein Beschluss der gemeinsamen Initiative von Bund und Ländern gibt nun einen konkreten Ausblick. „Leistung macht Schulen“ ist insgesamt auf 10 Jahre angelegt und besteht aus zwei Förderphasen. Bis zum Ende des Jahres 2022 erarbeitet, erprobt und evaluiert der Forschungsverbund LemaS im engen Austausch und intensiver Zusammenarbeit mit den 300 Projektschulen vielfältige Produkte (Materialien, Konzepte, Strategien und Maßnahmen) für die leistungsfördernde Schul- und Unterrichtsentwicklung. Diese stehen als Ergebnisse am Ende der ersten Förderphase des Projekts auf einer digitalen LemaS-Plattform zur Verfügung. Der Beschluss zur Konzeption der zweiten Förderphase konkretisiert nun den Transfer der LemaS-Produkte und Erkenntnisse in die Breite der Schullandschaft. Übergeordnetes Ziel von „Leistung macht Schule“ ist die grundlegende und nachhaltige Entwicklung von Schule und Unterricht zur bestmöglichen Förderung von Potenzialen und Leistungsstärken der Schülerinnen und Schüler. In der Transferphase übernehmen die 300 LemaS-Schulen die Rolle von Multiplikatoren. Die erprobten Produkte und die Erkenntnisse aus der ersten Phase geben die Schulen gebündelt in Netzwerken an weitere, bisher nicht beteiligte Schulen weiter. Bundesweit sind bis zu 100 solcher Schulnetzwerke geplant.

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Prof. Hallets Plan D - Digitales Distanzlernen gehört ab jetzt dazu

Ein Zurück zum gewohnten Regelbetrieb in den Schulen wird es nicht geben, unabhängig davon, wie lange die Covid19-Pandemie anhält. Mit den bundesweiten Schulschließungen und ihrer partiellen Wiedereröffnung wurden die Versäumnisse bei der Digitalisierung der Schulen offen gelegt. In seinem Plan D hält Prof. Dr. Wolfgang Hallet, der im Forschungsverbund LemaS Mitglied der Steuergruppe und Leiter von Teilprojekt 18 ist, nun fest, welche Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, um das digitale Distanzlernen möglichst erfolgreich in die schulische Praxis zu integrieren. Um Lernen und Arbeiten in digitalen Umgebungen und mit digitalen Formen des Wissens und Könnens an den Schulen „normal“ werden zu lassen, braucht es demnach: 1. einen Digitalpakt zwischen den Landesregierungen und den Schulträgern, der den professionellen Auf- und Ausbau einer digitalen Infrastruktur ermöglicht, 2. eine Integration des digitalen Lernens in den Unterricht aller Fächer, wobei durchaus die Präsenzphasen zur Einübung von digitalen Distanzlernen genutzt werden sollten und 3. eine klare Zeitstruktur, die die digitale Schulwoche bzw. den digitalen Schultag regelt. Ein für alle verbindlicher Plan D für die digitale Schulwoche löse die Probleme, die als deutliche Kritik am Distanzunterricht artikuliert wurden, so Prof. Hallet, ohne diese aber bei der einzelnen Lehrkraft abzuladen.

beltz Verlag
Neuerscheinung - 1. LemaS-Band in der Reihe "Leistung macht Schule"

Begleitend zur Arbeit des Forschungsverbunds LemaS mit den bundesweit 300 Projektschulen erscheint jetzt in der gleichnamigen Reihe der erste LemaS-Herausgeberband. Neben den grundlegenden theoretischen Konzepten und der Einbettung des Forschungsverbunds in das Gesamtvorhaben von Bund und Ländern zur Förderung von Potenzialen und Leistungsstärken der Schülerinnen und Schüler, gibt das Buch dichte Einblicke in der Arbeit aller 22 Teilprojekte zur begaungs- und leistungsfördernden Schul- und Unterrichtsentwicklung. Theoretische und methodische Bausteine und das teilprojekspezifische Vorhaben werden in der Kapiteln der Forscherinnen und Forscher ebenso beschrieben, wie die konkrete Arbeit an und mit den LemaS-Schulen.