Vorgehen des Forschungsverbunds LemaS

Der Forschungsverbund LemaS geht in seinem Verbundprojekt mit einem Mehrebenen-Ansatz bei der Gestaltung und wissenschaftlichen Begleitung der Schul- und Unterrichtsentwicklung vor.Leistung macht Schule betrifft die Mikroebene des Unterrichts (KM 2), die Mesoebene (KM 1) und die Exoebene der Einzelschule (regionale, überregionale und länderübergreifende Netzwerkbildung) sowie die Makroebene der Bildungspolitik und -verwaltung. In einem ersten Schritt wurden an allen Schulen der Ist-Stand erhoben und die Entwicklungsbedarfe eruiert. Darauf baute der Matchingsprozess auf, bei dem die 300 beteiligten Schulen den jeweiligen Teilprojekten zugeordnet wurden.

Mehrebenen-Ansatz von LemaS
Die 22 Teilprojekte haben trotz unterschiedlicher Ausrichtung und Schwerpunktsetzung ein ähnliches Vorgehen, um die adaptiven Formate, Maßnahmen und Strategien zur Förderung (potenziell) leistungsstarker Schülerinnen und Schüler in Schule und Unterricht zu entwickeln und zu implementieren. Die Arbeit in allen Teilprojekten ist geprägt von einem intensiven Austausch zwischen Lehrpersonen und Schulleitungen sowie den Forscherinnen und Forschern. Zu Beginn steht auch hier die Erhebung des Ist-Stands, um an Vorhandenes anzuknüpfen und bedarfsgerechte Ziele mit den jeweiligen Projektschulen festsetzen zu können. Kollaborativ erarbeiten, erproben, evaluieren und optimieren Wissenschaft und Schulpraxis die Konzepte mit je teilprojektspezifischer Ausrichtung. Bei der Implementation innovativer Konzepte in die schulische Alltagspraxis wird strategisch im Sinne des Design-based Research-Ansatzes vorgegangen, bei dem theoretisch fundierte Methoden in einem formativen Prozess in der Schule erprobt und weiterentwickelt werden. Die prozessbegleitende formative Evaluation durch den Forschungsverbund ist Bestandteil aller Teilprojekte und dient der Ergebnissicherung sowie der frühzeitigen Erkennung von Problemen und Fehlentwicklungen. Qualität und Stand der erprobten und umgesetzten Konzepte und Maßnahmen werden hierbei überprüft, im Prozess optimiert und dokumentiert. Die während der Arbeit mit den Schulen erhaltenen Ergebnisse und gewonnenen Erkenntnisse fließen jeweils unmittelbar in den Prozess zurück (durch Feedback an die Beteiligten, Anpassung und ggf. Veränderung der geplanten Schritte).
Leistung macht Schule ist in zwei Förderphasen mit je einer Dauer von 5 Jahren eingeteilt. Während der ersten Förderphase arbeitet der Forschungsverbund LemaS mit den Schulen an der Entwicklung von Konzepten, Materialien, Strategien und Maßnahmen für die Leistungs- und Begabungsförderung. In Phase 2 (ab 2023) geht es um die Wirksamkeitsforschung der entwickelten und erprobten Produkte und Modelle. Die Gelingensbedingungen für eine leistungsfördernde Schulentwicklung bzw. Unterrichtsgestaltung sind zentrales Thema der wissenschaftlichen Analysen in den Teilprojekten, aus denen Empfehlungen für die summative Evaluation nach der ersten Förderphase abgeleitet werden. Für die formative Evaluation (inkl. der Ausgangs-, Zwischen- und Abschlusserhebung im Rahmen der ersten fünf Jahre der Initiative) ist der Forschungsverbund LemaS zuständig.
Vorgehen in den Teilprojekten

Die Arbeit aller Teilprojekte zielt auf die Erstellung praxiserprobter Konzepte und Strategien sowie konkret nutzbarer Materialien, Anleitungen und Fortbildungen. Die Nutzbarkeit wird dabei während der gesamten Projektlaufzeit durch die Begleitung der Schulen in den Schul- und Unterrichtsentwicklungsprozessen und dem Aus- und Ausbau kooperativer Netzwerkstrukturen sowie die enge Einbindung von Schulen und Lehrpersonen bei der Erprobung und formativen Evaluation der Materialien, Konzepten und Fortbildungen in der Praxis erforscht. Zur Sicherstellung und Überprüfung der Praxistauglichkeit dienen sowohl kontinuierliche Untersuchungen der Einzelvorhaben durch die Teilprojekte als auch kontinuierliche Erhebungen zur allgemeinen Schulentwicklung durch eine begleitende Befragung der Schulleitungen. Die Erhebungen in den Teilprojekten beziehen alle relevanten Akteurinnen und Akteure der jeweils beteiligten Schulen ein (Schulleitungen, Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler, Eltern, weitere Akteurinnen und Akteure und ggf. beteiligte Netzwerke) und umfassen quantitative und qualitative Erhebungsmethoden: Befragungen, Interviews, Reflexionsforen, teilnehmende Beobachtung, laufende Dokumentationen der erprobten Formen und Konzepte, etc. Darüber hinaus werden die Schulleitungen aller 300 beteiligten Schulen in zentralen, durch die Verbundkoordination durchgeführten Erhebungen anhand von Online-Fragebögen zum Projektverlauf bezüglich allgemeinerer Entwicklungen (z. B. Schulkontexte, Kooperationsformen im Kollegium) sowie zu ihrer Einschätzung zum Projektverlauf aus Schulleitungssicht befragt.