Digitale Impulse für eine begabungs- und leistungsfördernde Schulkultur

Neue Veranstaltungsreihe in Teilprojekt 1 & 2 am Standort Karlsruhe

Die Corona-Pandemie hat die Zusammenarbeit zwischen Schule und Wissenschaft auch in den Teilprojekten 1 (Leitbildentwicklung) und  2 (Netzwerkbildung) vor Herausforderungen gestellt und grundlegend verändert. Mit dem Ziel, Schule begabungs- und leistungsfördernd zu gestalten, finden Schulbesuche seit März letzten Jahres per Videokonferenz statt, auch Pädagogische Tage an den Schulen werden digital realisiert. Der Digitalisierungs-Schub hat noch zu einem weiteren innovativen Format geführt: Die 37 LemaS-Schulen aus sechs Bundesländern, die von dem Team der PH Karlsruhe unter Leitung von Prof. Gabriele Weigand wissenschaftlich begleitet werden, kommen fortan regelmäßig im Abstand von etwa sechs bis acht Wochen im virtuellen Raum zusammen. Mit der Veranstaltungsreihe „LemaS TP 1 & 2 digital: Impulse für eine begabungs- und leistungsfördernde Schulkultur“  bietet das Karlsruher Team allen interessierten Lehrpersonen Impulse zu Themen im Bereich der Begabungs- und Leistungsförderung sowie eine Plattform für gemeinsame Diskussion, Erfahrungsaustausch und Vernetzung. Bereits die beiden ersten Veranstaltungen mit jeweils rund 40 Teilnehmenden aus Schulpraxis und Wissenschaft und die  engagierte Diskussionen zeigten das hohe Interesse.

 

Auftaktveranstaltung im November: Corona als Katalysator – Begabungs- und Leistungsförderung trotz(t) der Krise

Die Auftaktveranstaltung der Reihe war unter dem Titel „Begabungs- und Leistungsförderung trotz(t) Corona“ einem aktuellen Thema gewidmet. . In den Mittelpunkt stellte Prof. Gabriele Weigand  Fragen danach, wie Schulen mit der Krise umgehen, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse es zu Schulentwicklung in der Krise bereits gibt und was sich daraus für die eigene Arbeit ableiten lässt. Insbesondere in Krisenzeiten ist das Festhalten am erfolgreich Erprobtem zentral in der Schulentwicklung – dies verdeutlichte Prof. Stephan Huber (Pädagogische Hochschule Zug) in seinem Vortrag. Neben der Frage, welche Neuerungen eine Schule braucht oder wie bestimmte Bereiche verbessert werden können, ist ebenso wichtig: Wie kann Bewährtes bewahrt werden? 

In der anschließenden Plenumsdiskussion ging es um Chancen und Bedarfe der Schulen in der aktuellen Krisenzeit sowie darum, was Kinder und Jugendliche für ihre Begabungsförderung momentan besonders benötigen. Frau Schöpfer, Schulleiterin an der Realschule Plus und Fachoberschule Birkenfeld in Rheinland-Pfalz, resümierte: „Wir müssen uns damit beschäftigen, wie wir alle unsere Kinder adäquat begleiten können!“ 

 

Von links nach rechts: Prof. Dr. Stephan Huber (PH Zug), Lisa Maria Rappl, Christoph Stamann, Prof. Dr. Gabriele Weigand, Katharina Weiand (alle PH Karlsruhe), Gundula Helsper (Kooperative Gesamtschule Kirchberg)

 Schwerpunktthema im Dezember: Begabungs- und Leistungsförderung – Das Kollegium ins Boot holen

Die zweite Veranstaltung war mit dem Thema „Das Kollegium ins Boot holen“ einer zentralen Frage gewidmet, die sich in allen Schulentwicklungsprozessen stellt: Wie können wir Kolleginnen und Kollegen in den Schulentwicklungsprozess einbeziehen? Für den inhaltlichen Impuls sorgten Prof. Dr. Manuela Keller-Schneider und Niels Anderegg (beide PH Zürich). Die Referent/innen beleuchteten das Thema aus wissenschaftlicher Perspektive und legten einen Schwerpunkt auf Kooperation, Teamentwicklung, Teacher Leadership sowie darauf, von einer gemeinsamen Haltung zum gemeinsamen Handeln zu kommen.

 

Vernetzung bietet viele Vorteile: Folgetermine bereits geplant

Deutlich wurde in den ersten beiden Veranstaltungen: Die in LemaS beschrittene Wissenschaft-Praxis-Brücke ist höchst inspirierend. Es  entsteht ein eigener Raum, in dem beide Felder ihre Expertisen zu den jeweiligen Themen einbringen und miteinander in einen Diskurs treten. Die LemaS-Schulen profitieren zudem durch den schulübergreifenden Austausch, sie lernen von den Erfahrungen der anderen und entwickeln ihre Ideen und Konzepte in diesem LemaS-Schulnetzwerk weiter. Die digitale Veranstaltungsreihe wird im Februar auf Wunsch vieler Schulen  mit dem Thema Digitalisierung im Kontext der Begabungs- und Leistungsförderung fortgesetzt. Als Referentin konnten wir Myrle Dziak-Mahler (Universität zu Köln/ Alanus Hochschule Alster) gewinnen.