Forschungsverbundstreffen 2019

Vernetzung durch Austausch - Treffen des Forschungsverbunds in Leipzig


Ende Februar kam der LemaS-Forschungsverbund an der Universität Leipzig zu einem 2-tägigen Arbeitstreffen zusammen, bei dem zentrale inhaltliche Aspekte und strategische Entscheidungen für das bundesweite, vom BMBF geförderte Schulentwicklungsprojekt Leistung macht Schule abgestimmt wurden. Durch das Verbundtreffen führte Prof. Dr. Gabriele Weigand (Pädagogische Hochschule Karlsruhe) als Koordinatorin des Forschungsverbunds. Die knapp 90 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die von 16 Universitäten und Hochschulen aus ganz Deutschland nach Leipzig reisten, tauschten sich über ihre Arbeit in den insgesamt 22 Teilprojekten zur Schul- und Unterrichtsentwicklung aus. Aus der Perspektive der unterschiedlichen Disziplinen und teilprojektspezifischen Schwerpunktsetzungen zielen alle Teilprojekte auf die Förderung von (potenziell) leistungsstarken Schülerinnen und Schülern. Die Vernetzung der Erkenntnisse, Erfahrungen und Expertise zu den verschiedenen Konzepten für leistungsfördernde Unterrichts- und Schulentwicklung ist die Grundlage, um die Ziele des Forschungs- und Entwicklungsprojekts umfassend umsetzen zu können und stellt einen besonderen Mehrwert der Arbeit im Forschungsverbund dar. Das machte der interdisziplinäre Austausch in Leipzig deutlich – und es zeigt sich zunehmend in der jeweiligen Arbeit der Teilprojekte mit den 300 beteiligten LemaS-Schulen. 

Der Forschungsverbund LemaS vereint zum Thema der schulseitigen Begabungs- und Leistungsförderung Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der empirischen Bildungsforschung, der Erziehungswissenschaft, den Fachdidaktiken unterschiedlicher Fächer und der pädagogischen Psychologie. Trotz, ja gerade aufgrund dieser Interdisziplinarität ist ein einheitliches Verständnis der zentralen Begriffe zugleich Voraussetzung und Ziel der gemeinsamen Arbeit. Im Rahmen des Arbeitstreffens diskutierte man so die LemaS-spezifischen Definitionen der Begriffe „Leistung“, „Begabung“, „leistungsstarke Schülerinnen und Schüler“ und „potenziell leistungsfähige Schülerinnen und Schüler“. Es entspricht dem adaptiven Vorgehen von „Leistung macht Schule“, dass auch die Definitionen der Begrifflichkeiten stetig evaluiert und gegebenenfalls angepasst werden. 

Vernetzung durch Austausch stand im Mittelpunkt des Arbeitstreffens in Leipzig. Die teilprojektspezifische Arbeit mit den Schulen startete im Schuljahr 2018/19 und so berichteten die Mitarbeitenden der Teilprojekte über ihre Arbeitsprozesse und -formate und präsentierten Inhalte, die mit den Schulen bearbeitet werden. Bei allen Teilprojekten ist die Kennenlernphase mit den Schulen abgeschlossen, die teilprojektübergreifend von intensivem persönlichen Austausch, Schulbesuchen, einer Ist-Stand- und Bedarfserfassung und der Festlegung einzelschulischer Projektziele geprägt war. Nun erfolgen die teilprojektspezifischen Ausgangserhebungen an den Schulen sowie eine Phase, in der es teilprojektspezifisch und je nach einzelschulischem Bedarf um Fortbildungen der Lehrpersonen oder um die Konzeption und Erprobung von Materialien und Ansätzen der Unterrichts- und Schulentwicklung geht. Zur Vernetzung der beiden LemaS-Kernmodule „Entwicklung eines schulischen Leitbilds mit Ausrichtung auf eine leistungsfördernde Schulentwicklung und Aufbau einer kooperativen Netzwerkstruktur“ (KM1) und „Fordern und Fördern im Regelunterricht“ (KM2) gaben Prof. Dr. Friedhelm Käpnick (Universität Münster) und Prof. Dr. Wolfgang Hallet (Universität Gießen) im Rahmen ihrer Kurzvorträge einen tieferen Einblick in ihre fachdidaktische Arbeit mit den Schulen. Prof. Käpnick, einer der Projektleitenden des Teilprojekts 3 und Leiter des Teilprojekts 8, referierte zum Thema „Begabungsförderndes differenzierendes bzw. individuelles Lernen im Mathematikunterricht“, während Prof. Hallet (Leiter von Teilprojekt 18) einen Fokus auf komplexe Aufgaben im Englischunterricht legte. Beide stellten mit Beispielen und Modellen aus ihrer teilprojektspezifischen Arbeit Anknüpfungspunkte für die teilprojektübergreifende Zusammenarbeit heraus. Unterrichtsentwicklung ist untrennbar verknüpft mit Schul- und Leitbildentwicklung, auch das zeigte sich erneut durch den Austausch des Forschungsverbunds in Leipzig. 

Bei der kommenden LemaS-Jahrestagung, die vom 19. bis zum 21. September an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe stattfindet, werden die 600 Schulvertreterinnen und Schulvertreter  daher in Workshops mit teilprojektspezifischen Schwerpunkten weiter an einer begabungs- und leistungsfördernden Schul- und Unterrichtsentwicklung arbeiten. Die Abstimmung der Programmstruktur und die Festlegung des Tagungsmottos zählten zu den wichtigen Entscheidungen, die vom Forschungsverbund in Leipzig getroffen wurden. Die LemaS-Jahrestagung im September ist das nächste gemeinsame Arbeitstreffen, an dem neben dem Forschungsverbund und den LemaS-Schulen auch politische Akteure der Bund-Länder-Initiative Leistung macht Schule teilnehmen werden. Vernetzung durch Austausch – das wird auch die Arbeitsphasen der dreitägigen Tagung in Karlsruhe umrahmen. 


Der Forschungsverbund LemaS 2019 in Leipzig / Foto: Nina Füger

Verbundkoordinatorin Prof. Weigand führte durch das Arbeitstreffen / Foto: Nina Füger

Vortrag von Prof. Käpnick zum begabungsfördernden Lernen im Mathematikunterricht / Foto: Nina Füger
Abstimmung des weiteren Vorgehens - Prof. Dr. Hallet (v. l.) mit Prof. Dr. Preckel (v. r.) / Foto: Nina Füger
Austausch zur Arbeit in den Teilprojekten / Foto: Nina Füger